Eryleion Buchvorstellung

Herzlich Willkommen zu meiner Buchvorstellung! Heute kommen einige Beiträge zu dem Fantasyroman "Eryleion".

Buchbeschreibung:
"Was zunächst wie ein Traum erscheint, entpuppt sich als bittere Realität:
Die Freunde Daniel und Frank erwachen in einer fremden Welt, ohne zu wissen, warum sie hierhergelangt sind.
Obwohl sie von einem faszinierenden Reitervolk aufgenommen werden, erfahren sie auch von ihm nichts über die Umstände ihrer Anwesenheit. Schließlich brechen sie auf, um einen geheimnisvollen Weisen und somit die Antworten auf all ihre Fragen zu finden.
Doch die lange Reise trennt die beiden Freunde und bringt sie in große Gefahr. Ein Schatten hat sich in dieser Welt festgesetzt, der die Existenz der beiden Fremden fürchtet.
Das Dunkel ist aber nicht die einzige Macht, die Daniel und Frank beobachten lässt …"


Die beiden Freunde Daniel und Frank landen auf mysteriöse Weise in einer fremden Welt, über die sich ein Schatten gelegt hat. Der Weg zurück in ihre Realität ist mit einer langen und beschwerlichen Reise quer durch Eryleion verbunden.

Hier eine kleine Leseprobe, die Andreas Otter auf Leserkanone.de zur Veröffentlichung gegeben hat:

"Wenn sich der helle Mond in den vielen tausend Blättern der Bäume oder im plätschernden Wasser der Bäche widerspiegelte, hoffte Daniel inständig, noch lange Zeit in dieser Gemeinschaft bleiben zu können. Zwar widersprach dies seinem Wunsch, nach Hause zurückzukehren, doch das aufregende Leben bei den Khelauin verdrängte die Erinnerungen und Gedanken an seine alte Welt. Er freute sich schon an den Abenden auf den nächsten Tag mit Shiria, auf die nächsten Worte in dieser so fremden Sprache und auf die freundlichen Bewohner. Wie gerne würde er sich mit ihnen unterhalten, denn nur einige Worte zu sprechen, genügte ihm nicht. Immerhin erlernte er täglich etwa vierzig Begriffe, und da seine Motivation, so schnell wie möglich die Sprache der Khelauin zu beherrschen, ungebrochen war, behielt er alle erlernten Wörter erstaunlich gut in seinem Gedächtnis.
     In einer besonders warmen Nacht konnte Daniel nicht einschlafen. Vorsichtig öffnete er die Tür und huschte leise durchs Haus. Im Freien angekommen, blähten sich seine Nasenflügel und sogen die kühle Nachtluft ein. Schwer atmend hielt er plötzlich inne, weil sich etwas bewegte: Einige Häuser weiter erleichterte eine Frau ihre Blase, und direkt hinter ihm kletterte ein Eichhörnchen einen Stamm empor.
     Sein Weg führte ihn zum Dorfplatz, an dem mittlerweile an beinahe jedem Abend viele der Bewohner am großen Feuer aßen und miteinander sprachen. Für ihn bedeuteten diese Begegnungen neben seinen kräftezehrenden Ausflügen mit Shiria den Höhepunkt des Tages. Nun, in der Stille der Nacht, würde er endlich Zeit finden, sich die beiden überlebensgroßen Figuren alleine anzusehen, die unweit des Platzes aus einem riesigen Baumstamm gefertigt hoch über ihnen thronten.
     Die eine Figur stellte eine Frau ohne Gesicht, die andere einen Mann dar. Die Frau, mit bemaltem Körper, nackten Brüsten und langem Haar, hielt beide Handflächen an die Stirn, als würde sie in ungewöhnlicher Haltung beten oder jemanden segnen. An ihr hingen Blumengirlanden, es lagen bunte Steine davor, geschnitzte Tiere, Teller voller Essen, Schmuckketten sowie Federn – Opfergaben an eine Göttin wahrscheinlich, die von den Khelauin offenbar sehr verehrt wurde.
     In der männlichen Gestalt vermutete Daniel ebenfalls einen Gott. Dieser war mit einem Trinkhorn an einer Seite, einem Pfeil in der Hand und mit vier Augen dargestellt. Auch an und vor ihm lagen und hingen Opfergaben, doch nicht so viele wie bei der Frau. Zudem waren es zumeist Waffen, geschliffene Steine und das Blut geschlachteter Tiere, die dieser Gottheit geopfert wurden.
     Daniel sah sich das männliche Wesen längere Zeit an. Das fahle Mondlicht beleuchtete die Konturen dieses Kunstwerks so, als würden sich die Muskeln des Mannes bewegen – ein einzigartiges Schauspiel der Nacht.
     Bald ging Daniel jedoch wieder zu dieser Frau, denn ihre Haltung mit den erhobenen Händen faszinierte ihn zutiefst. Für ihn war diese Frau eine Art »Mutter Erde«, wie sie von Ureinwohnern seiner Welt verehrt wurde, womöglich ein Sinnbild des Lebens und des Seins. Leider war er auf Mutmaßungen angewiesen, und so freute er sich ungemein darauf, eines Tages den Hintergrund dieser Kolosse erläutert zu bekommen. Doch schon jetzt spürte er eine deutliche Anziehungskraft dieser Frau, einen tiefen Respekt vor ihr, den er schon beinahe als demütig empfand.
     Plötzlich erschrak Daniel. Jemand war hinter ihn getreten, lautlos wie ein Schatten der Nacht. Die Person hielt sich noch einige Augenblicke im Dunkeln auf, bevor sie ins Licht des Mondes trat. Zu seiner Überraschung erkannte er Shiria.
     »Kannst du nicht schlafen?«, fragte sie ihn. Fragend hob Daniel seine Schultern, also wiederholte sie ihre Frage wesentlich einfacher. »Schlafen? Nein?«
     Nun nickte er. »Und du?«
     Shiria lächelte und schüttelte den Kopf. Sie staunte: Immerhin behielt er die Worte, die sie ihn lehrte. Vorsichtig kam sie näher, weil sie nicht wusste, ob Daniel gestört werden wollte. Zwar überraschte es sie, ihn hier am heiligen Ort anzutreffen, doch es sprach für ihn, von den Göttern ebenso angezogen zu werden wie jeder andere ihres Stammes. Sie wartete noch einige Augenblicke, trat dann zur Frauenfigur und legte eine Frucht auf einen der Teller. Zärtlich strich sie über die polierten Zehen der Göttin und schloss die Augen."

Erscheinungstermin: 19. Mai 2017
Länge: 604 Seiten
Verlag: Independently Published
Sprache: Deutsch

Kommentare

  1. HAHAAHHA ganz toll und jetzt mag ich es erst recht lesen wollen :-) <3 VLG Jenny

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Meine Wunschliste und Gewinnspiel

Interview mit Rose - Rosen und Knochen

MeeresWeltenSaga von Valentina Fast