Schneeblögchenkalender Nummer 19

Das Türchen Nummer 19 ist geöffnet. 
Heute gibt es eine schöne Geschichte für gross und klein. 



Eine Weihnachtsgeschichte, nicht nur für kleine Leute

Neu erzählt von Steffen Reiche

"Als die Besucher der Christvesper in Friedrichshagen schon lange gegangen waren und der Küster die Kerzen am Baum schon ausgemacht hatte, bewegte sich pLötzlich das Kind in der Krippe. Es setzte sich auf, hob seinen Kopf und guckte in die Kirche.
Ein Junge hatte sich vorn in die erste Reihe gesetzt und schaute die ganze Zeit zu der Heiligen Familie. Wenn ich richtig gehört habe, sagten seine Eltern Jonathan zu ihm. Also nennen wir ihn Jonathan.
Seine Mutter hatte den Vater in der Kirche wieder getroffen. Sie hatten sich vor einiger Zeit getrennt und nun wollten sie einen Moment allein durch den Schnee laufen.
Die Mutter hatte versprochen, dass sie den Jungen gleich wieder abholen würde.
Und nun saß er hier und wartete auf ein Weihnachtswunder. Er wusste bloß nicht, welches Wunder er erwartete. Aber in der Weihnacht, in der Nacht mit soviel Weihe, glaubte er ganz fest, dass etwas Wundervolles passieren würde.
Die ganze Zeit blickte er auf das Christkind.
„Tritt näher“, sagte das Christkind plötzlich zu ihm. „Warum bist du so ängstlich.“
„Ich wusste nicht, dass du so lebendig bist. Da hab ich mich erschrocken. Außerdem hab ich dir nichts zu Weihnachten mitgebracht. Ich kann dir nichts schenken.“
„Das brauchst du auch nicht. Denn die Menschen schenken sich ja etwas, weil sie sich so sehr freuen, über das was zu Weihnachten passiert ist. Also brauchst du mir nichts zu schenken.
Ich hätte aber gern trotzdem etwas von dir“, sagte das Kind in der Krippe.
Jesus hatte sich jetzt aufgesetzt, lies die Beine aus der Krippe baumeln und guckte Jonathan freundlich ins Gesicht.
„Ich habe nichts hier. Aber zu Hause habe ich etwas, womit ich dir eine Freude machen könnte. Ich könnte dir doch das Computerspiel schenken, was ich heute Abend bekomme,
oder hier, guck, hier ist ein Marzipanbrot, was mir mein Vater vorhin geschenkt hat.“
„Nein, behalte es“, sagte das Kind. „Ich möchte gern etwas anderes von dir haben. Es sind drei Dinge, die du mir zu meinem Geburtstag schenken kannst, heute in der Weihnacht.“
„Gern, aber was?“ fragte Jonathan, der ungläubig staunte, dass dieses Kind nicht seine neue Playstation haben wollte.
„Schenk mir das letzte Bild, was du gemalt hast.“ Da wurde der Junge rot und verlegen.
Damit es nicht einmal Maria und Joseph hören konnten, ging er mit seinem Mund ganz nahe
an das Ohr vom Christkind heran und flüsterte: „Aber das Bild war so schlecht, dass es niemand überhaupt auch nur anschauen mochte.“
„Eben deshalb möchte ich das Bild haben.“ sagte das Kind in der Krippe. „Du sollst mir
immer das bringen, was anderen an dir nicht gefällt oder was anderen in deinem Leben nicht genügt.“
„Und dann“, fuhr das Christkind fort, „möchte ich deinen Teller haben.“
„Aber der ist mir heute morgen zerbrochen. Ich war so wütend, dass…“ stotterte Jonathan.
„Darum will ich ihn haben.“ sagte das Kind in der Krippe.“ Du sollst mir in Zukunft immer bringen, was in deinem Leben zerbrochen ist. Ich will es wieder heilen und ganz machen.“
„Und als Letztes“, sprach das Kind in der Krippe: „gib mir die Antwort an deine Mutter, als sie dich fragte, wie du den Teller zerbrochen hast.
Da wurde der Junge sehr traurig und flüsterte: „Ich habe gesagt, ich hätte ihn aus Versehen vom Tisch gestoßen. Aber das war eine Lüge. In Wirklichkeit habe ich ihn im Zorn auf den
Küchenboden geworfen.“ – „Ich weiß“, sagte das Christkind.
„Bring mir deshalb immer alles, was in deinem Leben böse ist, deine Lügen, deine
Ausflüchte, deine Feigheit und Bosheit. Ich will sie dir abnehmen. Du brauchst sie nicht. Im Gegenteil, sie belasten dich. Ich will dich froh machen und will dir alle deine Fehler
verzeihen. Und wenn du magst, können wir gute Freunde werden. Von heute an kannst du jeden Tag zu mir kommen.“
Da kamen seine plötzlich Eltern zurück in die Kirche, aber sie sahen nicht, dass das Kind in der Krippe lebendig war. Sie waren ganz aufgeregt und hatten nur Augen füreinander.
„Komm!“ sagten sie, und ein wenig hörte es sich an wie früher, als sie noch zu dritt in ihrer Wohnung gelebt hatten.
Nun wusste Jonathan gar nicht mehr, welches Wunder er glauben sollte."

Was gibt es zu gewinnen:

*Trommelwirbel*

Hinter dem heutigem Türchen versteckt sich : Ein Taschenbuch von Elvira Zeissler:
Ein Cupido zum verlieben <3
Liebe Elvira, vielen lieben Dank für das Sponsoring <3


Hier der Link zu meiner Rezension:

http://weltbuntmalendebuecher.blogspot.ch/2017/12/ein-cupido-zum-verlieben-von-elvira.html


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